Tipps & Tricks

Trauma-support

Repression auf psychischer Ebene
Über traumatisierende Folgen von Polizei- (und anderer) Gewalt und wie wir da wieder rauskommen … Wer Widerstand leistet, ist zwangsläufig mit Repression konfrontiert. Diese verläuft auf verschiedenen Ebenen, wie die eingesetzten Mittel im Zuge des G8-Gipfels in Heiligendamm erneut gezeigt haben. Das martialische Auftreten der Polizei im schwarzen, gepanzerten Kampfoutfit, der Einsatz von Tornados, Bundeswehrfahrzeugen und Hubschraubern, die unentwegt über den Camps kreisten. Willkürliche Kontrollen und Verhaftungen, die gezielte Desinformation der Medien durch die Sondereinheit der Polizei, sowie die Hausdurchsuchungen und Kriminalisierungen von GipfelgegnerInnen nach § 129a, bereits vor dem Gipfel schafften ein Klima der Bedrohung.
Neben dieser atmosphärischen Bedrohung und juristischen Kriminalisierung ist auch der Einsatz von potenziell traumatisierender Gewalt Bestandteil staatlicher Repression. (mehr…)

Bin ich nun vorbestraft?

Bin ich nun vorbestraft? Einstellung – Freispruch – Strafbefehl – Verurteilung?

Im Erwachsenenstrafrecht gilt die Faustregel, dass alle Verurteilungen unter 90 Tagessätzen oder unter 3 Monaten Freiheitsstrafe nicht in Eurem normalen polizeilichen Führungszeugnis – welches ihr oft u. a. für Bewerbungen benötigt – auftauchen.

Solltet Ihr jedoch innerhalb einer bestimmten Frist – abhängig vom vorher verurteilten Straftatbestand (zwischen 3 und 5 Jahren bei kleineren Delikten, aber bspw. lebenslänglich bei Mord) – erneut verurteilt werden, so seid Ihr vorbestraft (auch dies erlischt aber bei fast allen Straftaten nach einer gewissen Frist erneut). Auch für den Fall, dass das erste Urteil ja nur 25 Tagessätze und das zweite dann 40 hatte, was ja zusammen eigentlich „nur“ 65 Tagessätze ergibt, seid ihr trotzdem vorbestraft. Es zählt hier lediglich die Anzahl der Verurteilungen – nicht mehr die Höhe. (mehr…)

Zum Umgang mit der Jugendgerichtshilfe

Post von der Jugendgerichtshilfe?
Die JGH hat die Aufgabe im Vorfeld von Strafprozessen gegen Jugendliche und Heranwachsende herauszufinden, wie
a) der soziale Entwicklungsstand der Jugendlichen Person aussieht, um
b) bei Heranwachsenden eine Empfehlung an das Gericht zu geben, ob diese (18-21 jährigen) noch nach Jugendstrafrecht oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden sollen.

Die JGH versucht über persönliche Treffen euren „Reifegrad“ zu ergründen und schließlich aus ihren Erkenntnissen einen Bericht für das Gericht anzufertigen. (mehr…)

Kurzes Demo 1×1

Demo 1×1

Vor der Demo und der Aktion dran denken

* Nimm deinen gültigen Personalausweis, Pass, Visum und Aufenthaltspapiere mit.
* Nimm Kleingeld und Telefonkarte mit.
* Nimm Krankenkassenkarte bzw. –schein und 10,- Euro für den Fall einer medizinische Behandlung mit.
* Nimm ein Erste-Hilfe-Päckchen und für dich selbst notwendige Medikamente mit.
* Schreibe dir die aktuelle EA-Nummer auf.
* Nimm etwas zu schreiben mit.
* Miste deine Klamotten aus: nimm nur das mit, was du wirklich auf der Demo brauchst!
* Zur Information: das Mitnehmen und Tragen von Gegenständen, die den Körper vor Gewalt schützen (Helme, Protektoren, etc.), die als Waffen und zur Vermummung dienen können, ist in Deutschland verboten. Sei also vorsichtig!
* Drogen und Alkohol haben bei Demos nichts zu suchen; sie mitzunehmen und zu konsumieren gefährdet dich und andere!
* Fotos, Kalender, Adress- und Telefonverzeichnisse zu Hause lassen.
* Alle Speicher im Handy unbedingt löschen.
* Auf Kontaktlinsen und Fettcremes verzichten. Hier reichern sich Reizgase an.

Auf der Demo und bei der Aktion dran denken

* Überlege dir, worüber du auf der Demo sprichst; unter den TeilnehmerInnen sind immer auch Polizeispitzel.
* Keine Foto- und Videoaufnahmen von Personen und Aktionen machen.
* Nicht alleine auf Demos gehen; auch auf dem Hin- und Rückweg zusammen bleiben!
* Wenn die Polizei Leute mitnimmt: Name, Geburtsdatum, Meldeort und Staatsangehörigkeit notieren und an den EA melden.
* Private Sicherheitsdienste haben keine polizeilichen oder hoheitlichen Befugnisse. Sie dürfen nur auf sie übertragenes Hausrecht wahrnehmen. Ansonsten dürfen sie nicht mehr als jede andere Person auch.

Wenn du mitgenommen wirst

* Den Umstehenden Name, Geburtsdatum, Meldeort und Staatsangehörigkeit zurufen.
* Sage der Polizei nicht mehr von dir als: Name, Meldeadresse, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit.
* Ansonsten Klappe halten !!!
* Keine Aussage machen! Es ist dein Recht zu schweigen. Bei der Polizei, im Gefangenentransporter und in der Zelle ist nicht die Zeit und der Ort zu reden! Damit belastest du weder dich noch andere!
* Unterschreibe nichts!
* Verlange von der Polizei den Grund deiner Festnahme.
* Versuche den EA anzurufen und ihn über deinen und den Verbleib anderer zu informieren.
* Bei erkennungsdienstlicher Behandlung (ED = Fotos, Fingerabdrücke, Gewicht, Körpermerkmale, etc.) und Entnahme einer DNA-Probe lege Widerspruch ein und lasse diesen protokollieren, auch wenn das die Maßnahmen nicht verhindert. Der freiwilligen Entnahme einer DNA-Probe (Speichel, Haare, andere Körperzellen) auf keinen Fall zustimmen. Nichts unterschreiben!
* Spätestens am Ende des folgenden Tages musst du freigelassen oder einer Richterin bzw.einem Richter vorgeführt werden.
* Wenn du den Eindruck hast, nicht schnell wieder freigelassen zu werden, spätestens wenn du vor eine Richterin oder einen Richter geführt wirst, bestehe auf einem Anwalt oder einer Anwältin. Der EA kann dir Anwältinnen und Anwälte vermitteln. Nimm Dein Recht zu schweigen auch vor einer Richterin oder einem Richter wahr: Keine Aussage machen!

Nach der Freilassung

* Melde dich sofort beim EA. Auch wenn du dich vorher nicht dort gemeldet hast, hat das vielleicht jemand anderes getan.

Ausführlichere und noch mehr Infos findet Ihr in der Broschüre „…wenn du nur nicht so eingefahren wärst!“

Antirepressions-Quiz

Ein wirklich amüsantes und gleichfalls lehrreiches Quiz zum ermitteln Eures Antirepressionswissens findet Ihr bei der Antifa Bremen. Wirklich klasse!

…wenn du nur nicht so eingefahren wärst!

Eine Antirepressionsbroschüre für den politischen Alltag. Von A wie Aussageverweigerung, D wie Demoverhalten, über E wie ED-Behandlung, F wie Filmen und Fotografieren auf Demos und Aktionen, bis zu Zivis und Zwangsmittel. Die Broschüre ist zwar bereits 2004 vom Ermittlungsausschuss Münster erstellt worden aber weitestgehend aktuell. Den Ermittlungsausschuss (EA) erreicht Ihr über unsere Postadresse.